Notendurchschnitt berechnen mit Notenrechner

Notendurchschnitt berechnen: Schule, Studium (ECTS) und Abitur

Den Notendurchschnitt berechnen klingt nach einer Sache von zehn Sekunden: alle Noten addieren, durch die Anzahl teilen, fertig. In der Schule stimmt das meistens. Im Studium zählen die Noten aber unterschiedlich stark, im Abitur wird mit Punkten statt Noten gerechnet, und auf vielen Zeugnissen wird nicht gerundet, sondern abgeschnitten.

Wir zeigen, wie der Notendurchschnitt in allen drei Fällen entsteht, rechnen jeden Weg mit Beispielzahlen durch und bauen am Ende einen Notenrechner ein, der auch die Frage beantwortet: Welche Noten brauchen wir noch für die Wunschnote?

Kurz erklärt

Schule: Summe aller Noten geteilt durch ihre Anzahl. Studium: Jede Modulnote wird mit ihren ECTS-Punkten gewichtet. Abitur: Die Gesamtpunktzahl E wird mit der Formel 5 2/3 minus E/180 in eine Note umgerechnet. In Prüfungsordnungen wird meist nach der ersten Nachkommastelle abgeschnitten, nicht gerundet.

Notendurchschnitt berechnen: die Grundformel

Der einfache Notendurchschnitt ist das arithmetische Mittel. Um den Notendurchschnitt zu berechnen, addieren wir alle Noten und teilen die Summe durch ihre Anzahl. So rechnen die meisten Schulen den Zeugnisschnitt, solange kein Fach doppelt zählt.

Durchschnitt = Summe aller Noten ÷ Anzahl der Noten

Beispiel aus dem Zeugnis

Sechs Fächer mit den Noten 2, 3, 1, 2, 4 und 2 ergeben die Summe 14. Geteilt durch 6 kommt ein Notendurchschnitt von 2,33 heraus. Für die Schule lässt sich der Notendurchschnitt berechnen, ohne dass wir mehr als die Grundrechenarten brauchen.

Manche Schulen gewichten Hauptfächer wie Deutsch, Mathe und Englisch doppelt, etwa beim Schnitt für eine Bewerbung oder den Übergang auf eine weiterführende Schule. Das regelt das jeweilige Bundesland. Für unsere Rechnung heißt das: Eine doppelt gewichtete Note wird einfach zweimal gezählt. Genau das macht der Rechner weiter unten, wenn wir beim Gewicht eine 2 eintragen.

Notendurchschnitt berechnen im Studium: gewichtet mit ECTS

Im Studium zählt eine Note umso mehr, je mehr Leistungspunkte das Modul bringt. Wir multiplizieren jede Modulnote mit ihren ECTS-Punkten, addieren diese Produkte und teilen durch die Summe aller ECTS-Punkte. So steht es zum Beispiel in der Rahmenprüfungsordnung der FH Südwestfalen.

ECTS steht für European Credit Transfer and Accumulation System. Ein Leistungspunkt entspricht laut ECTS-Leitfaden der EU 25 bis 30 Stunden Arbeit, Vorlesung und Selbststudium zusammen. Ein Semester hat in der Regel 30 ECTS, ein Bachelor mit sechs Semestern also 180.

Gesamtnote = Σ (Note × ECTS) ÷ Σ ECTS
Notendurchschnitt berechnen mit ECTS-Gewichtung: Beispieltabelle mit vier Modulen
Gewichtet kommt 2,135 heraus, ungewichtet 2,075. Auf dem Zeugnis steht einmal eine 2,1 und einmal eine 2,0 (Beispielzahlen).

Warum die Gewichtung so viel ausmacht

In unserem Beispiel hat Physik mit einer 3,0 genauso viele ECTS wie VWL, Englisch mit der 1,3 dagegen nur 2 ECTS. Die gute Englischnote hebt den Schnitt also kaum, die mittelmäßige Physiknote drückt ihn spürbar. Für die Praxis heißt das: Bei großen Modulen und der Abschlussarbeit lohnt sich zusätzlicher Lernaufwand am meisten.

Wichtig ist auch, welche Noten überhaupt in die Gesamtnote eingehen. Unbenotete Module, Praktika mit „bestanden“ und manchmal die ersten Semester zählen nicht mit. Das steht in der Prüfungsordnung des eigenen Studiengangs, und dort lohnt sich ein Blick, bevor wir planen.

Abschneiden statt runden: so wird die Gesamtnote gebildet

Viele Prüfungsordnungen runden den Notendurchschnitt nicht, sondern schneiden ihn nach der ersten Nachkommastelle ab. Aus 2,58 wird dann eine 2,5 und nicht eine 2,6. Das klingt nach einem Detail, entscheidet aber an den Grenzen über die Notenstufe. Wer seinen Notendurchschnitt berechnen und sicher einordnen will, muss deshalb die Rundungsregel kennen.

Die Rahmenprüfungsordnung der FH Südwestfalen (Stand 2018) sagt es so: Es wird nur die erste Dezimalstelle berücksichtigt, alle weiteren Stellen werden ohne Rundung gestrichen. Die Stufen lauten bis einschließlich 1,5 sehr gut, 1,6 bis 2,5 gut, 2,6 bis 3,5 befriedigend und 3,6 bis 4,0 ausreichend. Andere Hochschulen regeln das ähnlich, aber nicht immer gleich.

Notenstufen und Abschneiden beim Notendurchschnitt: 2,58 wird zu 2,5
Gerundet würde aus 2,58 eine 2,6 und damit „befriedigend“. Abgeschnitten bleibt es bei 2,5, also „gut“.

Bei Zwischenständen hilft das beim Einordnen: Ein Schnitt von 1,59 zählt nach dieser Regel noch als 1,5 und damit als sehr gut. Erst ab genau 1,6 rutscht die Gesamtnote in den Bereich gut.

Abiturnote berechnen: von Punkten zur Note

Im Abitur rechnen wir nicht mit Noten, sondern mit Punkten von 0 bis 15. Alle Kurse und Prüfungen ergeben zusammen die Gesamtpunktzahl E, höchstens 900 und mindestens 300 zum Bestehen. Diese Zahl wird mit einer festen Formel in die Note umgerechnet. Wer die Abiturnote berechnen will, braucht also nur E.

Abiturnote = 5 2/3 − E ÷ 180

Auch hier wird nach der ersten Nachkommastelle abgeschnitten. Bei 650 Punkten ergibt die Formel 2,055, auf dem Zeugnis steht eine 2,0. Ab 823 Punkten liegt das Ergebnis unter 1,1, dann gibt es die 1,0. Mehr geht nicht: Auch 900 Punkte bleiben eine 1,0.

Abiturnote berechnen: Gesamtpunktzahl von 300 bis 900 und die zugehörige Note
Rund 60 Punkte mehr bringen etwa eine Drittelnote. Werte aus der Formel, nach der ersten Nachkommastelle abgeschnitten.

Einzelne Kurse: Punkte in Noten umrechnen

Für einzelne Kurse gilt eine feste Zuordnung: 15, 14 und 13 Punkte entsprechen 1+, 1 und 1−, danach geht es in Dreierschritten weiter bis 0 Punkte, was einer 6 entspricht. Wer eine Dezimalnote braucht, nimmt die Faustformel (17 − Punkte) ÷ 3. Für 11 Punkte ergibt das 2,0.

Welche Kurse wie oft in die Gesamtpunktzahl eingehen, legt jedes Bundesland selbst fest. Die Umrechnung von E in die Note ist dagegen bundesweit gleich, weil sie auf einer Vereinbarung der Kultusministerkonferenz beruht.

Notenrechner: Notendurchschnitt berechnen in Sekunden

Mit dem Notenrechner können wir den Notendurchschnitt für Schule und Studium direkt ausrechnen, die Abiturnote aus der Punktzahl bestimmen und prüfen, welcher Schnitt für eine Wunschnote noch nötig ist. Alles läuft im Browser, nichts wird gespeichert.

Notenrechner
2,1gut
2,0Abiturnote
1,78nötiger Schnitt

Für die Schule tragen wir beim Gewicht einfach eine 1 ein, für doppelt zählende Fächer eine 2. Für das Studium kommen die ECTS-Punkte aus dem Modulhandbuch oder dem Notenspiegel im Hochschulportal.

Welche Noten brauchen wir noch? Die Zielnote

Die Zielnote zeigt, welchen Schnitt wir in den restlichen Modulen brauchen, um am Ende eine bestimmte Gesamtnote zu erreichen. Dafür reichen vier Zahlen: der aktuelle Schnitt, die schon benoteten ECTS, die noch offenen ECTS und die Wunschnote.

Ein Beispiel: Nach 90 von 180 benoteten ECTS steht der Schnitt bei 2,4. Für eine 2,0 auf dem Zeugnis muss der genaue Wert unter 2,1 bleiben. Dafür braucht es in der zweiten Hälfte einen Schnitt von höchstens etwa 1,78. Das ist ehrgeizig, aber machbar.

Je später wir den Notendurchschnitt berechnen, desto weniger lässt sich bewegen. Deshalb lohnt sich der Blick in die Zielnote schon nach dem ersten Studienjahr, wenn noch viele ECTS offen sind. Wer dann ein Ziel hat, kann die Lernzeit gezielt auf die großen Module verteilen, zum Beispiel mit einem festen Lernplan.

Typische Fehler beim Notendurchschnitt berechnen

Ungewichtet rechnen, obwohl gewichtet wird

Der häufigste Fehler, wenn wir im Studium den Notendurchschnitt berechnen: Alle Modulnoten werden einfach gemittelt. Dann wirkt eine 1,3 in einem 2-ECTS-Modul genauso stark wie eine 3,0 im 10-ECTS-Modul, und der eigene Schnitt sieht besser aus, als er ist.

Runden statt abschneiden

Wer 2,58 auf 2,6 rundet, rechnet sich unnötig schlechter. Umgekehrt wird aus 1,96 keine 2,0, sondern eine 1,9. Welche Regel gilt, steht in der Prüfungsordnung.

Alles mitzählen

Unbenotete Leistungen, Praktika und je nach Studiengang Teile der ersten Semester gehen nicht in die Gesamtnote ein. Wer sie mitrechnet, verfälscht den Schnitt.

Punkte und Noten mischen

In der Oberstufe ist eine 11 eine gute Leistung, als Note wäre sie unmöglich. Punkte müssen erst umgerechnet werden, bevor wir sie mit Noten aus der Mittelstufe vergleichen.

Merksatz

Erst gewichten, dann teilen, dann abschneiden. So lässt sich jeder Notendurchschnitt berechnen. Im Studium zählt jede Note mit ihren ECTS, im Abitur zählt die Formel 5 2/3 − E/180, und auf dem Zeugnis bleibt meist nur die erste Nachkommastelle stehen.

Selbsttest

Sieben Fragen, mit denen wir prüfen, ob wir den Notendurchschnitt berechnen können. Nach jeder Antwort gibt es eine kurze Erklärung.

Ergebnis

Weiterlesen und Quellen

Passend zum Thema Notendurchschnitt berechnen:

Mehr zum System hinter den Leistungspunkten: European Credit Transfer System auf Wikipedia.

Quellen (Stand: 28.10.2026): Rahmenprüfungsordnung der Fachhochschule Südwestfalen 2018, § 9 Abs. 5 und § 33 Abs. 2 (Notenbildung, Abschneiden, ECTS-Gewichtung); Ministerium für Schule und Bildung NRW, BASS, Anlage zur APO-GOSt (Tabelle Gesamtpunktzahl und Durchschnittsnote); Europäische Kommission, ECTS-Leitfaden 2015 (25 bis 30 Arbeitsstunden pro Leistungspunkt). Die Regeln einzelner Hochschulen und Bundesländer können abweichen, maßgeblich ist immer die eigene Prüfungsordnung.

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